Boden niviellieren - Boden ausgleichen - Boden spachteln


Im Fachhandel gibt es unterschiedliche Bodenausgleichsmassen. Andere Bezeichnungen hierfür sind Nivellier- oder Spachtelmassen. Sie eignen sich für verschiedene Untergründe und führen zu einem Bodenausgleichder für die meisten Bodenbeläge zwingend erforderlich ist.
Das Ziel bei der Arbeit mit Bodenspachtelmassen ist immer ein geeigneter Untergrund. Dieser sollte sauber, trocken, tragfähig und eben sein. Mögliche Untergründe sind
- Altanstrich
- Beton
- Fließestrich
- Zementestrich
- Gussasphalt-Estrich
- Fliesen und Steinböden
- Gips-Trocken-Estrich
- Holzdielen
- Spanplatten
Bei einer fachgerechten Verlegung eines Gips-Trocken-Estrichs oder von Spanplatten entfällt das Grundieren. Kann aber auch nicht schaden. Auch der Bodenausgleich ist in diesem Fall i.d.R. nicht erforderlich. Mit der Messlatte (mind. 2m Länge) ist das einfach festzustellen.Bei Fliesen- und Steinböden hingegen ist wegen des Fugenrasters ein Nivellieren notwendig. Beim Gussasphalt-Estrich
ist, dass Nivellieren unbedingt zu empfehlen.
Was ist eine Ausgleichsmasse?
Eine Bodenausgleichsmasse ist im Handel meist in der Form von Trockenpulver erhältlich. Es ist mit Wasser anzurühren und anschließend im Raum zu verteilen. Feiner Sand stellt im Pulver die größte Menge dar, gefolgt von Zement als Bindemittel. Zum Optimieren der Verarbeitung sind noch Zusatzstoffe und Zusatzmittel beigefügt. So bewirkt Gesteinsmehl als Zusatz eine höhere Dichtigkeit, während beispielsweise Pigmente die Farbe bestimmen. Zusatzmittel sind im Gemisch zwar nur in Spuren vorhanden, beeinflussen die Verarbeitungseigenschaften jedoch entscheidend.
Von den Eigenschaften zur Kaufentscheidung
Die angerührte Masse verläuft auf dem Untergrund größtenteils selbsttätig und gleicht dabei Unebenheiten aus. Daher ist für eine gelungene Verarbeitung entscheidend, die Herstellerangaben zu befolgen. Diese sind meist auf der Verpackung aufgebracht. Ein wichtiges Entscheidungsmerkmal ist die Ausgleichshöhe, die zu erreichen ist. Häufig ist sie mit 'zu verarbeiten von null bis sechs Millimeter' oder 'geeignet von drei bis zwanzig Millimeter' angegeben. An zweiter Stelle ist nach der Art des Untergrundes zu entscheiden. Auf Beton oder Zementestriche lassen sich einfache Fließspachtel ohne weitere Zusätze auftragen. Für höhere Ansprüche bei Untergründen aus
Gussasphalt oder Heizestrich sind Spachtelmassen mit speziellen Zusätzen erforderlich. Sie sorgen für Flexibilität und erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Die sogenannte 'Flexible Spachtelmasse' nivelliert selbst einen alten Trockenestrich, ja sogar Parkett und Dielen. Ohne eine klare Verpackungsbeschreibung ist eine vernünftige Kaufentscheidung undenkbar. Drittens bedarf es der richtigen Vorbereitung des Untergrundes mit einer Grundierung, um die Haftung der Ausgleichsmasse zu gewährleisten und Staub zu binden. Als weiteres Entscheidungskriterium ist die Abbindezeit unbedingt in Betracht zu ziehen. Denn erhärtet die Masse schneller, umso weniger Zeit hat der
Handwerker zum Anrühren und Auftragen.
Wie wird es gemacht? Die wichtigsten Schritte beim Aufbringen der Bodenausgleichsmasse
Das einheitliche Niveau der Ausgleichsmasse ist für ein gutes Ergebnis entscheidend. Auf der Wand wird der höchste Punkt des Untergrundes markiert. Anschließend erfolgt der Übertrag dieser Höhe auf den gesamten Wandsockel. Elektronische Messgeräte oder Fluchtschnüre erleichtern diese Arbeit. - Zuerst ist der Boden mit Handbesen und Kehrschaufel von groben Verschmutzungen zu säubern. Danach wird mit einem Sauggerät der feine Schmutz entfernt.
- Im nächsten Schritt tragen Sie die Grundierung auf. Der Untergrund muss einerseits für den gewählten Tiefgrund geeignet sein, andererseits sollte auch die Ausgleichsmasse dazu passen.
- Das Boden nivellieren beginnt erst, nachdem umlaufend im Raum ein Randdämmstreifen an der Wand angebracht wurde. Dies kann durch Klammern oder Verkleben erfolgen. Sie müssen über die Oberkante der Nivelliermasse hinausragen. Genau wie Estriche sollten Bodenausgleichsmassen nicht direkt an die Wand grenzen, um eine Schallübertragung möglichst zu verhindern. Bestehen Anforderungen des Brandschutzes, sind Randdämmstreifen aus Mineralwolle zu verwenden. Bei Hohlräumen im Untergrund, stehen spezielle Leichtausgleichmörtel mit Epoxidharz zur Verfügung. Sie sind für den Einsatz in Schichtdicken ab fünfzehn bis etwa achthundert Millimeter geeignet.
- Nun kann das Anrühren der Bodenausgleichsmasse erfolgen. In einem Gefäß entsprechender Größe wird die Ausgleichsmasse mit einem elektrischen Quirl angerührt. In der Praxis haben sich große Kübel bewährt. Zuerst wird kaltes Wasser hineingegeben und im Anschluss das Trockenpulver. Eine gute Durchmischung ist mit einem elektrischen Rührgerät mit sechshundert Umdrehungen pro Minute zu
erreichen. Als Aufsatz eignen sich ein Wendel- und Doppelscheibenrührer oder ein Rührkorb. Ebenfalls eignen sich Nach einer kurzen Ruhezeit, in welcher die Masse anzieht, wird erneut aufgerührt. Dies gilt aber nur für das Anrühren im Kübel. Bereits auf den Untergrund
aufgetragene Ausgleichsmasse darf nicht nachträglich verdünnt werden.
- Schließlich wird der Fließspachtel Zug um Zug vergossen. Die Arbeiten müssen wegen des Abbindens möglichst schnell erfolgen. Daher ist es günstig, zu zweit Hand in Hand zu schaffen.Häufig ist es ratsam, mehrere Kübel mit Ausgleichsmasse vorzubereiten und zügig zu verwenden.
- Im letzten Schritt ist die Bodenausgleichsmasse im Raum zu verteilen. Da es verschiedene Bodenspachtel gibt, haben sie jeweils verschiedene Abbindezeiten. Vernachlässigen Sie dieses wichtige Kriterium nicht bei Ihrer Kaufentscheidung. Zweckmäßig für das Verteilen sind Nagelschuhe, Glättekelle, Rakel und andere Verteiler. Für den eher dünnflüssigen Bodenspachtel eignen sich auch Schieber mit einer speziellen Gummilippe. Jetzt braucht der Estrich genügend Zeit, um abzutrocknen. Dabei muss die verdampfende Feuchtigkeit
abziehen können. Daher ist für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Zur darauffolgenden Verlegung eines Bodenbelags muss der Nassestrich trocken sein. Eine Feuchtemessung des aufgebrachten Untergrundes ist insbesondere bei kühleren Temperatuen oder bei Umständen, die zu Abweichungen bei der seitens des Herstellers empfohlenen Verarbeitungshinweise, geführt haben dringends durchzuführen.